Die sog. «Zersiedelungsinitiative» verlangt eine absolute Einfrierung der Bauzonen in der gesamten Schweiz. So sollen neue Bauzonen nur noch dann geschaffen werden dürfen, wenn an einem anderen Ort eine mindestens gleich grosse Bauzonenfläche aufgehoben wird. Auch wenn das Anliegen gut gemeint sein mag, so schiesst es in seiner Radikalität weit über das Ziel hinaus. Denn die starre Einfrierung der Bauzonenfläche verhindert eine sinnvolle wirtschaftliche Weiterentwicklung unseres Landes, namentlich die Neuansiedlung von Unternehmen. Die Initiative entfaltet gar eine kontraproduktive Wirkung, denn jene Kantone und Gemeinden, die bisher nur sparsam Bauzonen geschaffen haben, werden zu Unrecht bestraft. Die Gewinner sind ausgerechnet Kantone wie etwa das Wallis, welche seit Jahrzehnten bewusst überdimensionierte Bauzonen kreiert haben. Zudem führt eine künstliche Verknappung der Bauzonen zu einer Explosion der bereits hohen Grundstücks- und Wohnungspreise. Wollen wir wirklich, dass unsere Familien für ihre Wohnkosten noch tiefer ins Portemonnaie greifen müssen? Eine Annahme der Initiative hätte im Übrigen die fatale Folge, dass sich die Bautätigkeit in Gebiete verlagert, in denen es noch ausreichend Baulandreserven gibt. Damit würde ausgerechnet in abgelegenen Landstrichen ein Bauboom eintreten, der Natur und Landschaft zerstören würde.

Ein viel besseres Mittel, um der Zersiedelung langfristig und wirksam entgegenzutreten, sehe ich in der Begrenzung der Masseneinwanderung, die seit rund zehn Jahren anhält. Denn wenn jedes Jahr 50‘000 Personen mehr in unser Land drängen, so wächst automatisch der Bedarf an Wohnfläche. Leider weigern sich die Jungen Grünen als Urheber der «Zersiedelungsinitiative» standhaft, diese Binsenwahrheit anzuerkennen. Deshalb empfehle ich ein klares Nein zu dieser extremen und schädlichen Initiative. Im Gegenzug werde ich mich konsequent dafür einsetzen, dass die Einwanderung wieder von uns kontrolliert wird, wie es Volk und Stände bekanntlich vor 5 Jahren beschlossen haben.

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Urs Brunner, Landratskandidat SVP, Binningen